2010-09-03

Kinderfotos einmal anders

Von markus.mallaunmetana @ 11:43 [ Default ]

Endlich habe ich meine neue Blitzanlage bekommen. Den Porty 1200 mit Lithium-Batterien von Hensel. Schöne Kiste! Macht riesig Spass.

Und so habe ich sie gleich mal ausprobiert. Serpil und ich trafen Baris mit Marlon und Per an einem herrlichen Sommerabend in Willerzell beim Sihl-Stausee. Der Himmel präsentierte sich für ein Shooting wie gemalen und so standen Marlon, Serpil und Baris für mich Model. Als Lichtquelle diente mir einzig eine Softbox mit genug Saft.

Ich wählte eine kleine Blendenöffnung und suchte die passende Belichtungszeit bei 200 ISO, um ein gleichmässiges Hintergrundbild zu erhalten. Danach justierte ich den Blitz und schraubte die Blitzleistung langsam nach oben, bis sie zur Belichtung des Hintergrunds passte.

Nikon D3s, Nikon 24-85mm 2.8-4.0, Hensel Porty 1200 Litium, Softbox 90x100
24mm, 1/200, f10, ISO 200

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Marlon1 

 


Nikon D3s, Nikon 24-85mm 2.8-4.0, Hensel Porty 1200 Litium, Softbox 90x100
24mm, 1/200, f10, ISO 200

Marlon2 

 


Nikon D3s, Nikon 24-85mm 2.8-4.0, Hensel Porty 1200 Litium, Softbox 90x100
24mm, 1/200, f10, ISO 200

Marlon_Baris

 


Nikon D3s, Nikon 24-85mm 2.8-4.0, Hensel Porty 1200 Litium, Softbox 90x100
24mm, 1/200, f10, ISO 200

Marlon_Serpil 


2010-08-20

Ringblitz ist geil

Von markus.mallaunmetana @ 15:53 [ Default ]

In wenigen Tagen wird mein neuer Ringblitz von Hensel geliefert und ich kanns kaum erwarten, den endlich auszuprobieren. In der Zwischenzeit habe ich das Ding von Broncolor ausgeliehen und war auf den ersten Blick ziemlich enttäuscht. Der Ringblitz funktionierte zwar einwandfrei, aber die Grösse des Rings, bzw. der kleine Durchmesser zwangen mich, ziemlich nahe ans Objekt ranzugehen, was wiederum zur Folge hatte, dass ich extrem weitwinkelig gehen musste, um die Reflektion des Blitzes in den Augen schön hinzukriegen.

Mal kucken, wie‘s dann mit dem Teil von Hensel läuft. ....Beispiele werden geliefert, sobald ich sie geschossen habe ;-)

Nikon D3s, 24-85er, Ringblitz und Generator von Broncolor
1/250, f13, ISO 200
Model: Mein Engel Serpil ;-)
 
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ringblitz serpil


Nie mehr ohne TTL-Kabel

Von markus.mallaunmetana @ 15:40 [ Default ]

Mein Gott habe ich mich genervt, als ich letztes Weekend das TTL-Kabel nicht dabei hatte. Es war mal wieder Streetparade in Zürich und wir hatten trotz Regen einen riesigen Spass.

Ich hatte bloss meine 20er Linse (Festbrennweite) dabei und den SB-900 aufgesteckt. Das TTL-Kabel konnte ich auf die Schnelle nicht finden und so zog ich ohne los. Das Resultat war ernüchternd. Ich gehe mit dem 20er gerne nahe an die Leute ran und flashe dann von der linken oder rechten Seite.

Wenn der Blitz jedoch direkt auf der Kamera aufgesteckt ist (ich kann mich fast nicht mehr erinnern, wann ich das letzte mal so fotografiert habe), kann man nur beschränkt nahe ans Objekt ran. Der Blitz leuchtet einfach den oberen Bildteil aus, was gar nicht toll aussieht.
Und so kam es, dass ich bloss mit einem einzigen Bild happy bin - immerhin.

Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900
1/200, f4.5, ISO 200

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streetparade


2010-07-15

So einfach funktionieren Gegenlichtaufnahmen

Von markus.mallaunmetana @ 22:53 [ Default ]

Mein Kollege Raul und ich führten vor einigen Wochen eine Diskussion über ein Bild, welches uns beiden insbesondere aufgrund der Lichtführung speziell gefallen hat. Eigentlich eine ziemlich bekannte Technik - nur habe ich sie noch nie ausprobiert. Und ich war überrascht, wie einfach man damit spielen kann.

Ich möchte nicht behaupten, dass die Resultate perfekt sind. Aber in den 20 Minuten ausprobieren konnte ich einiges lernen und fürs nächste Shooting ableiten.

Für die Aufnahmen habe ich ein 80er und ein 35er Festbrennweitenobjektiv verwendet. Ich könnte mir vorstellen, dass die Qualität der Linsen dabei eine grössere Rolle spielen dürfte. Mit den lichtstarken Festbrennweiten hats auf jeden Fall gut funktioniert.

Entstanden sind die Aufnahmen im Juni, um 19.30 Uhr - ca. 40 Minuten vor Sonnenuntergang. Wir haben bis ca. 19.50 fotografiert. Obschon die Sonne noch über dem Horizont stand, wurde der Strahl-Effekt immer dünner und dünner. ...also nicht zu lange warten! Spannend dürfte das Experiment bei Sonnenaufgang werden. Bin aber leider Langschläfer, weshalb dieser Test noch etwas warten muss. 

Bei der Wahl des Bildausschnitts habe ich abwechselnd damit gespielt, die Sonne mal im Bild, mal ausserhalb oder hinter dem Model zu platzieren. Meines Erachtens erzielt man die besten Resultate, bzw. den spannendsten Strahleneffekt, wenn man gegen die Sonne fotografiert und die Sonne dabei ganz knapp ausserhalb des Bildausschnitts ist. Mit einem schwarzen Karton, den man mit ca. 2 Meter Abstand vor der Linse hin hält, kann man die Strahlen zudem schrittweise reduzieren, indem man den Schwarz-Reflektor langsam am Bildrand positioniert, bis die Reflexionen auf der Linsen die gewünschte Reduktion erreichen.
Hilfsmittel habe ich ansonsten keine verwendet. Lediglich die Kamera mit der Linse.


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sarah1 Nikon D3s, Nikon 85mm 1.4
1/800, f2.2, ISO 200

 

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sarah2
Nikon D3s, Nikon 85mm 1.4
1/500, f2.2, ISO 200


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sarah3
Nikon D3s, Nikon 35mm 2.0
1/2000, f2.2, ISO 200


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sarah4
Nikon D3s, Nikon 85mm 1.4
1/500, f2.2, ISO 200


2010-05-23

Ich liebe hartes Licht von hinten.

Von markus.mallaunmetana @ 09:48 [ Default ]
Das Bild hätte eigentlich an Auffahrt gepostet werden sollen :-)

 

Das Shooting war eine Mischung aus Probiererei und mehr oder weniger geplantem Licht Set-Up. Die Probiererei bezog sich mehr auf die Jump-Techniken, damit das Model genau so aussieht, dass es fliegt und dennoch mehr ein Schwebe-Effekt erzeugt werden sollte. …Raul hatte das einiges besser drauf, als ich.

 

Für das Licht verwendeten wir 3 Nikon SB-900 Blitze. Zwei montierten wir auf zwei Stativen diagonal, links und rechts hinter dem Model (das sieht von oben wie zwei nach hinten stehende Flügelklappen aus, bzw. in Bezug zur Position des Fotografen ergibt sich ein „Y“).

 

Die hinteren beiden Blitze habe ich auf Blitz-Ansteuerung (SU-4) eingeschaltet und den Masterblitz auf die Kamera montiert (dieser löst beim Auslösen durch das Anblitzen die hinteren zwei SB-900er aus, fungiert als Hauptlicht und hellt gleichzeitig Rauls Körper und Gesicht auf).

 

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Raul Jump

 

 

 

Bei diesem Portrait haben wir den gleichen Licht-Setup wie beim Jump-Bild verwendet. Ich habe lediglich die Leistung des Hauptlichts (Blitz steckt direkt auf der Kamera drauf) manuell um 2 Stufen verringert und die Belichtungszeit um 1 Stufe verlängert.

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Raul Portrait

3 Nikon SB-900, Manueller Modus 1/2, 85mm Zoom, Blitzansteuerung SU-4
Nikon D3S, 35mm 2.0, 1/100, f5.6

Licht Set-Up


2010-03-10

Taj Mahal Zeugs

Von markus.mallaunmetana @ 08:40 [ Default ]
Taj Mahal-Zeugs

Das Taj Mahal steht bekanntlich in Agra - einige Autostunden von Indiens Hauptstadt Delhi entfernt. Wer Indien bereist sollte wenn möglich das Taj Mahal in seine Planung miteinbeziehen. Es ist wirklich umwerfend! Die Stadt selber bietet eigentlich nichts Spezielles. Im Gegenteil! Agra würde ich zu den eher übleren Städten Indiens zählen. Obschon es in Agra einige spannende Plätze gibt, bin ich jeweils froh, wenn ich die Stadt möglichst schnell hinter mir lassen kann. Vielleicht liegts daran, dass mir Agra immer besonders abgefuckt und dreckig vorkommt und das einzige was glänzt das Taj Mahal ist.  Trotzdem komme ich oft wieder hier hin und lasse mich von einem der schönsten Bauwerke der Welt verzaubern.

Wer maximales Erlebnis möchte oder einfach nur das beste Licht für Foto-Aufnahmen sucht, muss leider in den sauren Apfel beissen und zwischen 06.00 und 06.30 vor dem Eingang des Taj Mahal stehen. Es lohnt sich, schon so früh unterwegs zu sein, um eine möglichst menschenleere Anlage vorzufinden und auch, um das erste Morgenlicht auf dem weiss glänzenden Marmor des Taj Mahals einzufangen.

Ich hatte vor 10 Jahren mal das Glück, dass über der ganzen Stadt ein dichter Morgennebel lag. Der Nebel tauchte die ganze aufwachende Stadt in eine mystische Stimmung und als ich am Taj Mahal ankam, rissen die ersten Morgenstrahlen die Nebelschwaden auf und beleuchteten das Taj Mahal im Strahlenmeer, und im Hintergrund die reflektierenden Nebelfetzen, welche sich wie Zuckerwatte von links nach rechts durchs Bild zog. Damals war noch analoge Zeit und die Bilder hocken jetzt irgendwo in einem verstaubten Dia-Archiv, das ich zwar immer wollte aber nie gescannt habe ;-)

Das Stativ kann man übrigens getrost zu Hause lassen. Stative sind nämlich verboten. Ich empfehle überhaupt, das technische Equipment bei einem Taj Mahal-Besuch aufs Minimum zu beschränken. Nach den Terror-Anschlägen vom 26.11.2008 in Mumbai herrschen im ganzen Land verstärkte Sicherheitsvorschriften. So auch beim Eingang zum Taj. Rucksäcke, Taschen und Kleider werden von Sicherheitspersonal durchsucht und die Metalldetektoren scheinen auch wirklich zu funktionieren. Die Zigaretten und das Feuerzeug werden gleich eingesackt (Unterhosenversteck hat funktioniert), um das Zeugs weiter hinten in Einzelportionen auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Es gibt zwar Schliessfächer, die sind aber 200 Meter vom Haupteingang entfernt, in einem Nebengebäude. Am besten man nutzt die gleich vor dem Kauf der Tickets und verstaut alles unnötige im Schliessfach.

So faszinierend das Taj Mahal beim ersten Anblick auch sein mag; ich empfehle, direkt die Seitengebäude auf der Ostseite anzusteuern. Von dort hat man eine phantastische Sicht aufs Taj und den besten Sonnenlichteinfall. Zudem tummeln sich dort in der Anfangszeit am wenigsten Leute rum, weil alle direkt zur Hauptattraktion pilgern. So sind mir auch die seitlichen Aufnahmen gelungen, auf welchen nur ganz wenige Personen zu sehen sind.

Wer das klassische Taj Mahal-Postkartenfoto schiessen möchte, kann um diese Jahreszeit im März auch noch etwas später auf den Auslöser drücken. Wer im März gleich nach Toröffnung die Anlage betritt erlebt die Sonne eher noch zu tief, damit die ganze Szenerie vollständig schön ausgeleuchtet ist. Hätte ich das Stativ gehabt, wäre das Licht für eine Langzeitbelichtung wohl perfekt gewesen - ISO hochschrauben wollte ich jedoch nicht. Ein weiterer Grund, warum es Sinn macht, sich zu allererst im Ostteil für die bevorstehenden Aufnahmen einzurichten. Um ca. 07.30 steht die Sonne schon etwas höher und beleuchtet - optimal für Weitwinkelaufnahmen - die ganze Anlage mit einem warmen, gleichmässigen Morgenlicht.



Rikschafahrer in der Blitzfalle.
Wir mussten auf unsere Karre warten und so habe ich während der Wartezeit am Strassenrand auf einem Stativ zwei Blitze montiert, die ich über den SU-800 ansteuern konnte. Die Blitze können beim SU-800 entweder einzeln oder als Gruppe ausgelöst werden. In diesem Fall habe ich beide Blitze zu einer Gruppe zusammen genommen und diese über den SU-800 ausgelöst. Ich musste eigentlich nur warten, bis jemand im richtigen Abstand vorbeikam. In diesem Fall wars ein Rikschafahrer.
Durch die Wahl einer langen Verschlusszeit (1/30), hatte ich die Garantie, dass durch die nachführende Bewegung der Kamera (der Rikschafahrer kam ziemlich schnell und ich habe die Kamera in Fahrtrichtung von rechts nach links geführt) der Hintergrund verwischt. Da jedes Objekt, das angeblitzt wird auf dem Foto einfriert, ist der Rikschafahrer scharf und der Rest in einer schönen, dynamischen Bewegung.
Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900, SB-800, SU-800
1/30, f6.3, ISO 200






Nikon D3s, 20mm 2.8
1/250, f4.5, ISO 200





Nikon D3s, 20mm 2.8
1/200, f7.1, ISO 200





Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900, TTL-Kabel, CTO-Folie
1/160, f5, ISO 200





Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900, TTL-Kabel, CTO-Folie
1/160, f5, ISO 200






Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900
1/200, f8, ISO 200







Nikon D3s, 20mm 2.8
1/3200, f9, ISO 200





Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900
1/200, f8, ISO 200






Glück gehört ebenfalls zum Leben eines Fotografen. Ich kam eben von meinen Taj Mahal-Aufnahmen zurück und wir gönnten uns einen Chai, als wir beim Teetrinken eine Gruppe Jungs beobachteten, die sich um einen Brunnen versammelten. Sie haben wohl irgendwo in der Gegend ein Zimmer gemietet - allerdings ohne Bad, wie es den Anschein machte. Denn alle begannen mit ihrer ausgiebigen Morgentoilette, viel Seife, viel Gelächter und jede Menge Wasserspritzerei. Ich hatte noch die Kamera und den Blitz von vorher griffbereit und so gesellte ich mich zur Gruppe und machte einige belanglose Aufnahmen, um die Jungs bei der Stange zu halten. Dabei wollte ich unbedingt das Morgenlicht im Gegenlicht haben, die schon ziemlich stark strahlte und schraubte deshalb den Blitz fast bis zum Anschlag (1/4).
Bei Situationen wie diesen hat man nicht viel Zeit zum Denken. Meine Devise: Technik stimmt, also voll aufs Motiv konzentrieren und schnell abdrücken. Hätte ich hier zu lange gezögert oder nochmals einen Blick auf irgend eine Einstellung geworfen, wäre der Moment verloren gewesen. Deshalb; immer zuerst die Technik fixen, damit man sich anschliessend voll aufs Motiv konzentrieren kann.   
Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900, TTL-Kabel, CTO-Folie
1/200, f10, ISO 200












2010-03-06

Holy Nasik

Von markus.mallaunmetana @ 12:36 [ Default ]
Nasik hat was Spirituelles. Dies liegt in erster Linie darin, dass Nasik eine Pilgerstadt ist und entsprechend viele Menschen aus allen Ecken Indiens anzieht. Für einige Pilger soll Nasik so heilig sein wie Varanasi.
Zuerst waren wir gegen die Mittagszeit im Zentrum unterwegs. Ich habe meine Kamera nicht mal ausgepackt und nur einige Aufnahmen im Inneren der geschäftigen Gassen und Goldschmiede-Ateliers gemacht, so stark brennte die Sonne auf uns nieder. Zwischendurch haben wir noch was gefuttert und sind am Abend nochmals runter zu den Gaths, wo die Pilger ihr Zeremonien und Gebete abhielten oder auch einfach nur ihre Wäsche wuschen und ihm kühlen Fluss ein Bad nahmen. Einige trafen wir an, die versuchten ihre pink, gelb, rot, grün oder blau gefärbten Körper zu reinigen. In diesen Tagen feierten die Inder ihr Holy-Festival oder auch Color-Festival genannt. Der Sinn besteht darin, dass man sich gegenseitig mit Farbe beschmiert und abfeiert. Mich hats auch erwischt - aber erst später in Goa, auf der Fahrt nach Arambol.

Über der ganzen Szenerie lag einmal mehr diese spezielle Atmosphäre, wie man sie nur in Indien erleben kann. Auch wenn man nicht viel oder gar nichts mit Religion am Hut hat, kann man sich der gewissen spirituellen Aura dieser Stadt nicht entziehen. Überall sind Priester unterwegs, Sadhus meditieren auf den Treppen und viele Pilger schickten kleine Kerzen in Aluminium-Schalen auf eine kurze Flussreise ins heilige Irgendwo.

Es war ungefähr 17.00 Uhr und wir hatten nahezu optimale Lichtbedingungen fürs Fotografieren. Sogar ein leichter Wolkenhimmel zeichnete sich ab, was in dieser Region Indiens um diese Jahreszeit eher aussergewöhnlich ist. Nur der übliche Hitzedunst lag über der Stadt, was das Abendlicht zusätzlich etwas abschwächte, weshalb ich mich entschied den Blitz zur Unterstützung einzusetzen. Ich wollte so viel natürliches Licht wie möglich verwenden und habe den Blitz im manuellen Modus nur spärlich dazugegeben (1/128, 1/64, 1/32 maximal). Zudem habe ich den Weissabgleich um einige Grad nach oben geschraubt, um die gelblich warme Stimmung einzufangen, bzw. zu verstärken.


sadhu
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, TTL-Kabel, Nikon SB-900
1/200, f7.1, ISO 200


alter treppe
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, TTL-Kabel, Nikon SB-900
1/250, f5.6, ISO 200


hdr
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8
5 Belichtungsvarianten, f5.6, ISO 200, HDR


radfahrer
Nikon D3s, Nikon 85mm 1.8
1/4000, f2.8, ISO 200


Pilgerstaedte
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8,
1/640, f2.8, ISO 200


colorgirl
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, TTL-Kabel, Nikon SB-900
1/160, f5.6, ISO 200


wasserfall
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, TTL-Kabel, Nikon SB-900
1/40, f10, ISO 200


kerzenlicht
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, TTL-Kabel, Nikon SB-900
1/160, f5.0, ISO 640





2010-03-05

Fisherman's Girl

Von markus.mallaunmetana @ 07:39 [ Default ]

Obschon wir in Daman relativ schnell wieder einen Abgang gemacht haben, weils ein ziemliches Drecksloch ist, sind zum Schluss doch sehr schöne Erinnerungen geblieben und einige brauchbare Fotos entstanden.

Kurz nachdem wir am Strand ankamen, trafen wir auf eine Horde aufgedrehte Kids, die sich in Pose warfen, sobald sie unsere Kameras sahen. „Foto please, one foto please!“ Eigentlich eine tolle Sache, wenn einem die Models nur so zuspringen. Aber wenn es 20 auf einmal sind und jeder sofort und unbedingt auch noch aufs Bild möchte, wirds etwas schwierig mit dem Bildaufbau ;-) Mit einem kleinen Trick haben wirs dann doch noch auf die Reihe gekriegt. Mein Vater hat sich die Meute vorgenommen und mit denen Portraits geschossen und ihnen immer wieder die Bilder auf dem Display gezeigt, während ich mir jeweils ein Persönchen rauspflückte und mir Zeit für die Aufnahmen nehmen konnte.

Was auf den Bildern relativ romantisch aussieht, hat leider auch eine weniger schöne Komponente. Die Girls stammen alle aus den ärmlichsten Verhältnissen, wie man es sich nur unschwer vorstellen kann, wenn man so etwas nicht mit eigenen Augen mal erlebt hat. Wir haben die Meerjungfrauen später weiter oben bei ihren Eltern wieder angetroffen. Man kann nicht behaupten, dass ihre Unterkünfte die Bezeichnung Haus oder Hütte verdient hätten. Bretterverschlag und Plastikblachen würde den Zustand schon eher beschreiben.

Der Beleuchtungs-Setup war ziemlich einfach gewählt. Leider. Einzig von rechts oben (relativ nahe an den Models) stand Pawan mit einem SB-900 in der Hand und einem Diffusor-Schirm davor. Den SB-900 habe ich per TTL-Kabel mit der Kamera verbunden, um nicht wieder Probleme mit der drahtlosen Auslösung zu bekommen. Hätte ich noch einen weiteren Assi zur Verfügung gehabt, hätte ich von links noch einen Reflektor dazu genmmen, um die linken Gesichtshälften nicht vollständig absaufen zu lassen. So musste ich mich für einen Kompromiss entscheiden und konzentrierte mich auf den Gesamt-Look und weniger auf die harten Schlagschatten. Beim letzten Portrait habe ichs dann doch noch mit dem Reflektor versucht. Leider stand die Sonne schon sehr tief, sodass nur noch wenig Restlicht zum reflektieren übrig blieb. Wenigstens entstand ein schöner Blitzer in ihren schönen dunkeln Augen und die linke Wange bekam ganz, ganz sanft Zeichnung. Hätte mir mehr gewünscht. Das nächst mal von Anfang an mit Reflektor.

girl1
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, SB-900, Lastolite Diffusor-Schirm.
1/200, f8.0, ISO 200

girl2
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, SB-900, Lastolite Diffusor-Schirm.
1/200, f8.0, ISO 200


girl3
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, SB-900, Lastolite Diffusor-Schirm.
1/250, f6.3, ISO 200


girl4
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, SB-900, Lastolite Diffusor-Schirm.
1/250, f9.0, ISO 200


girl5
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, SB-900, Lastolite Diffusor-Schirm.
1/250, f7.1, ISO 200


girl6
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, SB-900, Lastolite Diffusor-Schirm, Lastolite Reflektor.
1/250, f7.1, ISO 200


2010-03-01

Fischen in Daman

Von markus.mallaunmetana @ 15:06 [ Default ]
In der Zwischenzeit sind wir bereits einiges weiter im Süden in Daman gelandet und haben Jodhpur, Udaipur und Surat hinter uns gelassen. Surat und Daman liegen bereits deutlich ausserhalb der gewohnten Touristen-Strecken, was eigentlich ganz angenehm ist, sich jedoch auf den Komfort unserer Übernachtungsmöglichkeiten niederschlug. Soweit nicht weiter schlimm - gestern haben wir einfach 20 Moskitos gekillt, bevor einigermassen Ruhe eingekehrt ist.

Nachdem wir uns am Strand von Daman (die längste Müllhalde Indiens) einen ausgiebigen Spät-Lunch genehmigt haben, warteten wir noch etwas, bis die Sonne tiefer stand und begaben uns in Richtung Hafen, um uns dort nach geeigneten Motiven umzusehen.

Weit mussten wir nicht gehen. Die Sonne stand tief, die letzten Fischerboote kamen heim und geschäftiges Treiben der Fischer, die ihre Boote entluden setzte ein. Einmal mehr das perfekte Freilicht-Fotostudio in Indien.

Mit dem Reflektor habe ich die Szenerie etwas aufgehellt (dieses mal die silbrige Seite, um die warm leuchtende Abendsonne 1:1 wiederzugeben). Viel Zauberei war nicht dabei - einfach nur schöne Menschen, die sich mir ins Foto stellten.

gegenlich
Nikon D3s, 20mm 2.8
1/400, f7.1, ISO 200


fahnen
Nikon D3s, 20mm 2.8
1/8000, f10, ISO 200


girl gegenlicht
Nikon D3s, 20mm 2.8, Lastolite Reflektor
1/400, f3.5, ISO 200


fischernetz
Nikon D3s, 20mm 2.8, Lastolite Reflektor
1/500, f3.5, ISO 200


fischerboot
Nikon D3s, 35mm 2.0
1/40, f2.0, ISO 1250


dampfmann
Nikon D3s, 20mm 2.8
1/100, f3.5, ISO 200


tempelmann
Nikon D3s, 20mm 2.8, SB-900 weiss mit Diffusor, SB-900 orange Gel-Folie
1/100, f3.5, ISO 200

Abendstimmungen

Von markus.mallaunmetana @ 11:09 [ Default ]

Henry hat mich angefragt, wie ich jeweils mit den Blitzen umgehe und welche Blitztechniken ich anwende. Diese Anfrage hat mich gleich dazu inspiriert, dieses Thema etwas ausführlicher zu beschreiben. Am Ende meiner Reise werde ich diesen Teil nachholen.



Lake Pushkar
Glück gehabt und noch die letzten Sonnenstrahlen eingefangen. Leider wird der kleine See in Pushkar seit ca. 3 Monaten gereinigt, sodass nur noch einige wenige Pools bei den Gaths befüllt waren. Genug jedoch, um die wunderschöne Kulisse von Pushkar im warmen Abendlicht einzufangen. Ich habe erst später gemerkt, dass die 640 ISO gar nicht nötig gewesen wären. Aber da war die Aufnahme schon im Kasten. Wie mir der Kellner auf unserer Chillout-Terrasse erzählte, seien beim Abpumpen des Sees über 50‘000 Fische verendet - hoffen wir mal, dass die Inder das wieder auf die Reihe kriegen!
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8
1/640, f5.6, ISO 640



nachtbaum
Nach unserer Fotosession in den Feldern von Pushkar haben wir uns wieder in Richtung Wüste begeben und den Rest des Abends dort verbracht. Die Jungs haben gekocht und später am Feuer gabs noch Whiskey und Bier, bis Pawan fast rückwärts in den Sand gefallen ist. Es war bereits nach 23 Uhr, die Stimmung am Feuer hatte schon lang die zulässige Promillegrenze überschritten und hinter dem Hügel strahlte Pushkar in die vom Mondschein beleuchtete Nacht. Ich wollte kurz ausprobieren, wie weit die Langzeitbelichtung bei dieser Situation funktionieren würde und habe mit einigen ISO-Werten rumzuspielen. Da wir uns in der Wüste befanden und nur das Licht des Mondes (etwas mehr als Halbmond) die Szenerie beleuchtete, musste ich die ISO-Zahl bis auf 2000 schrauben, was jedoch bei der Nikon D3s kein Problem ist. Ich staune immer wieder, was dieser kleine Chip in er Nacht alles abbilden kann. Ganz ehrlich; Das Feuer war etwa 60 Meter vom Baum entfernt und von blossem Auge habe ich die Wolkenfetzen am Himmel gar nicht erkannt. Trotzdem ist die D3s in der Lage, die Stimmung einzufangen und ein anständiges Bild zu zaubern. In solchen Situationen arbeite ich übrigens immer im Manuell-Modus. Bis zum fertigen Bild, braucht man sowieso mehrere Belichtungsversuche. Wenn ich im Manuell-Modus bin, habe ich die bessere Kontrolle, über die Belichtungszeiten oder gegebenenfalls die Blende und kann sie Schritt für Schritt bis zum gewünschten Endresultat verändern. Der A-Modus ist nur in Lage, unter- oder überzubelichten. Und nach -/+ 2 EBV ist auch dort Schluss.
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8
20Sek, f5.6, ISO 2000


jodhpur nacht
In Jodhpur hatten wir ein sensationelle Dachterrasse und eine phantastische Sicht auf das gigantische Fort. Das mächtige Fort mit seinen über 100 Meter hohen Maueren und dem alten Maharaja-Palast tront majestätisch über der kleinen Wüstenstadt. Jodhpur wird auch Blue City genannt. Wer vom Fort auf die Stadt runterblickt sieht praktisch nur blaue Häuser. Oft sind jedoch nur die Wände in Richtung Fort in blauer Farbe gestrichen. Die anderen Hausseiten sind in allen möglichen bunten Farben angemalt und werden durch verschiedene farbige Lampen angeleuchtet. Praktische Voraussetzungen für diese Aufnahme. Hier konnte ich problemlos auf 200 ISO belichten, weil das Restlicht der Stadtbeleuchtung genügend abstrahlte und bei 30 Sekunden Belichtungszeit den gesamten Hügel und das Fort beleuchtete. Der helle Lichtkegel hinter dem Fort ist übrigens der Mond, der sich eben hinter dem Horizont verzogen hat.
Leider haben wirs etwas versifft mit der Besichtigung, da wir Schlafmützen am nächsten Morgen lieber ausgeschlafen haben. So reichte die Zeit nicht mehr und wir fuhren ohne Fort-Besichtigung weiter nach Rantakpur.
Nikon D3s, Nikon 35mm 2.0
30 Sek, f8, ISO 200

 

 

tempel rantankpur
In Rantakpur steht einer der beeindruckendsten Jain-Tempel, den ich je gesehen habe. Ich meine übrigens nicht den kleinen Tempel-Pfupf auf dem Bild - der steht neben seinem grossen Bruder. Die gesamte Tempelanlage ist aus Stein gehauen und einfach nur riesig. Die Aufnahme habe ich aus 5 Einzelaufnahmen zusammengesetzt. Braketing-Funktion auf 5 Stufen einstellen, Kamera ruhig halten, einmal tief einschnaufen und mit dem Motor 5 Aufnahmen durchziehen. Das HDR habe ich dann im Photomatix Pro erstellt. Das HDR-Modul von Photoshop ist nämlich schlichtweg unbrauchbar.
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8
f8, ISO 200

 

der mann mit dem goldenen ohr 

Auf dem Nachhauseweg von Rantakpur stand die Sonne bereits sehr tief und eigentlich hatten wir vor, die Fotografiererei für heute aufzugeben und zurück zum Hotel zu fahren, als wir aus dem Autofenster ein ausgetrocknetes Bachbett mit ein par dürren Schafen entdeckten. Wo Schafe, da auch ein Schafhirt. Und so war es auch. Was für ein Traum-Model. Zuerst habe ich einige Aufnahmen im natürlichen Licht probiert, welche mir aber nicht gefallen haben. So rannte ich zurück zum Toyota und holte den Reflektor. Leider habe ich, im Nachhinein betrachtet, die gold-silbrige Seite verwendet. So entstand der Mann mit dem goldenen Ohr. Mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte die silbrig beschichtete Seite eine weniger gelbliche Farbstimmung erzeugt und das Abendlicht natürlicher wiedergegeben. Mir gefällt die Aufnahme trotzdem - gerade weil alles in ein warmes, gelbes Abendlicht gefärbt ist. Die untergehende Sonne befindet sich übrigens exakt hinter dem Schafhirten. So entstand auch der helle Kranz um den Schafhirten.
Nikon D3s, Nikon 35mm 2.0, Lastolite Reflektor
1/2500, f2, ISO 200


Hirte mit aussicht
Als wir das Shooting mit dem Schafhirten beendet hatten, zogen wir weiter, dem ausgetrockneten Bachbeet entlang. Nach einiger Zeit erreichten wir das Ende des ausgetrockneten Bereichs und befanden uns am Fusse einer Landzunge, neben der sich ein kleiner Hügel erhob. Ich kletterte den Hügel hoch und traf dort unseren Schafhirten wieder, der sich mit lauten Rufen übers ganze Tal hinweg mit seinem Kumpel auf der anderen Seite unterhielt. Praktischerweise hielt er sich dabei noch seine Hand an die Stirn und schaute direkt in die letzten Abendstrahlen der untergehenden Sonne. Blende 8 gewählt, um einigermassen Schärfentiefen zu erhalten und abgedrückt. Fertig. Keine Hilfsmittel, kein Blitz, kein doppelter Boden. Einfach nur ein schöner Moment in Rajasthan.
Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8
1/160, f8, ISO 200


Kitsch-Kroko
Erneut wollten wir aufbrechen, als wir von weiter unten Stimmen hörten. Gleich am Fusse des kleinen Hügels trafen wir auf eine kleinen Gemüsegarten, drei Ziegen und eine Familie, die in einer bescheidenen Lehmhütte direkt am Seeufer wohnte. Ich näherte mich mit einem freundlichen Namaste und bekam unmittelbar ein freundliches Lächeln zurück. Einzutauchen in so eine Szenerie ist für mich immer etwas spezielles. Im Prinzip ist es so, wie wenn man bei uns in der Schweiz jemanden direkt durch den Vorgarten läuft, sich im Wohnzimmer auf den schönsten Sessel setzt und gleich ein Glas Wein eingeschenkt bekommt. Die Szenerie war grotesk! Im Hintergrund die hinter den Bergen verschwundene Sonne, welche die ganze Szenerie in eine schöne gold-blaue Abendstimmung versetzte, neben mir ein Bauer, der mir die ganze Zeit ein Krokodil im Sumpf zeigen wollte, hinter mir die bescheidene Unterkunft dieser Leute und der ganze Wahnsinn Indiens wie er sich in dieser Szenerie entlud und vor mir ein vor Stolz strahlender Vater, mit seinem Sohn auf dem Arm, wie er fröhlich meinen Freund Pawan ankuckt, der den Blitz mit dem Diffusor hielt. Uff! Deshalb wollte ich es so kitschig.

Nikon D3s, Nikon 20mm 2.8, TTL-Kabel, SB-900, Lastolite, Diffusor-Schirm
1/200, f7.1, ISO 200


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