Vang Vieng - der bekackteste Ort Asiens
| Von markus.mallaunmetana @ 16:11 | [ Default ] |
Angefangen hat der Tag eigentlich extrem gut. Und zwar morgens um 7, als ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Gecko siebenmal hintereinander schreien hörte. Das bringt in Asien Glück – denn dass ein Gecko das genau so hinbringt, ist in etwa gleich selten wie Fondue in Thailand (was es letzte Woche bei Rolands Geburtstagsparty tatsächlich gab). Im Normalfall bringts ein Gecko auf durchschnittlich 4 oder 5 Krächzer.
Captain Kirk und sein Navigator Tschechow auf der Brücke.
Um 2 pm bestieg ich dann die Chinesische Version eines Raumschiffs auf 6 Rädern, das uns als Bus verkleidet im Ochsenkarren-Tempo durch die malerischen Hügelketten Laos geschupst hat. Das Ding hätte bestenfalls im flachen Holland als Seniorentransporter getaugt – als dann aber die Steigungen grösser und die Strassen schmaler wurden, keuchte und hustete der Bus aus allen Löchern, um sich mühsam um die nächste Kurve zu quälen. Anstelle der angegebenen 3 Stunden, trudelte unser Berner-Express nach ca. 6 Stunden hier in Vang Vieng ein.
Na ja – und so bin ich am übelsten Ort Asiens gelandet. Man hat mich ja eigentlich noch davor gewarnt (danke Linda!). Doch da Vang Vieng auf meiner Reisestrecke nach Luang Prabang liegt, dachte ich mir, dass ich hier easy einen Zwischenhalt einlegen kann. Was für ein Fehler! Das Städtchen selber wäre ja eigentlich noch ganz hübsch und die Landschaft hier ist bezaubernd. Das alles wird aber durch haufenweise becknackter Engländer zerstört, die hier ihrer Lieblingsleidenschaft nachgehen und ihre besoffenen, bleichen Ärsche grölend durch die Gegend schieben. Was für ein Desaster! Ballermann ist ein Scheiss dagegen. Und in der City macht man es dieser übelsten Sorte aller Touristen noch einfacher, indem sich eine Bar nach der anderen reiht, wos doch tatsächlich bereits die Drinks aus Plastikeimern mit langen Strohhalmen gibt. Und um diesem Spektakel das nötige Sahnehäubchen zu verpassen, findet man nebst den Engländern die fast gleiche Anzahl schnatternder Israelis – in einem ähnlichen komatösen Zustand, jedoch vorzugsweise zugekifft bis über das letzte Rastazöpfli.
Und wenn ihr meint, dass das alles war, dann kann ich gerne noch ein Brikett nachschieben. Alle Bars sind nicht in Richtung Strasse bestuhlt, sondern in Richtung Glotze oder Grossleinwand, wo eine dämliche Friends-Serie nach der anderen läuft.
Ich glaube ich werde mir das morgen mal genauer ankucken und euch einen Zustandbericht mit Bildern liefern. Sonst glaubt mir das ja keiner.




